Wurzelkorma

Darf ich raten, dass jetzt die eine oder andere „Koma“ gelesen hat? Also mir zumindest ist das passiert, als ich zum ersten Mal von Korma gelesen habe. Dabei ist Korma oder auch Qorma eine Zubereitung mit einer lange zurückreichenden Geschichte. Das Wort bedeutet “schmoren” und es ist eine indische Curry-Variante. Charakteristisch für ein solches Curry ist das Schmoren mit Wasser bzw. Gemüsefond mit vielen Gewürzen. Es werden oft gemahlene Nüsse zum Andicken oder auch ganze Nüsse zum Verfeinern und Dekorieren verwendet. Ganz am Ende kommt Joghurt dazu, das dann auf keinen Fall aufgekocht werden darf, weil es sonst ausflockt. Also das Essen ist dann natürlich noch genießbar, aber schön schaut es nicht mehr aus. Dazu isst man Naan, indisches Fladenbrot, oder Basmati-Reis. Naan ist übrigens sehr leicht selber zu machen, hier ein Rezept. Am nächsten Tag könnte man ein Linsencurry einplanen, dann zahlt sich das Backen auch aus.

Knollenziest und Topinambur auf Balkonien

Wurzelgemüse sind eh toll, aber fast bei jedem Menschen, den ich kenne, gibt es eine Wurzel, die gar nicht geht. Bei mir ist das die Haferwurzel, das ist die dumme kleine Schwester der Schwarzwurzel, die find ich so hässlich mit ihren vielen kleinen Nebenwurzeln, die man nicht abschneiden darf, weil sonst der ganze Saft rausrinnt. Nicht einmal Knollenziest, der für die meisten Leute ausschaut wie Würmer, schreckt mich. Jedenfalls kann man solche ungeliebten Wurzeln bestens in dem Korma verstecken und sie fallen nicht mehr auf. Gehen tun eigentlich alle Wurzeln, auch Kohlrabi passt gut, bis auf Rote Rüben, denn die schmecken erstens sehr dominant und würden alles rot färben. Zu viel Zeller wäre auch auch nicht so der Bringer, weil der übertönt auch vieles. Pastinaken passen hervorragend, auf die würde ich nicht verzichten wollen.

Ich habe 1 Packung Suppengrün vom Mogg genommen, 1 Pastinake, die restlichen Wurzeln stammen von Balkonien. Auch wenn es viel klingt: 30 dag Wurzeln pro Person sind nicht zu hoch gegriffen.

Noch ein Wort ein paar Worte zu Cashew-Kernen: Sie sind im Gegensatz zu amerikanischen Mandeln ökologisch anscheinend unbedenklich. Allerdings scheinen sie beim Öffnen giftige Öle abzusondern. Nun werden diese Nüsse immer noch händisch geschält und Kinderarbeit spielt da eine beträchtliche Rolle. Daher: bitte nur fair trade oder aus sonstigen vertrauenswürdigen Quellen kaufen, die darauf achten, dass da entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen werden. Bio allein ist nicht genug.

Für 2 Portionen:

  • mindestens ein halbes Kilo Wurzeln, besser 60 – 65 dag
  • 1 kleines Stück Ingwer, geschält (Größe ca. halber Daumen)
  • 1 – 2 Knofi-Zehen
  • 2 Zwiebeln in Mogg-Größe (oder 4 vom Gut Starrhein)
  • 5 dag Cashew
  • 3 Kapseln Kardamom, möglichst grüne, geöffnet und die Samen herausgelöst
  • 1 1/2 TL Koriandersamen
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Kurkuma, gemahlen
  • eine Prise Chili (wobei auch viel, viel, viel Chili geht, auch frischer, dieses Korma hält das aus, haben wir schon getestet)
  • 1 kleines Stück Zimtrinde (1/4 Stange)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Butterschmalz (selber gemacht bitte und nicht gekauft)
  • 400 ml Gemüsebrühe (auch selber gemacht und nicht gekauften Suppenwürfel, mit so etwas ruiniert man sich nur das Essen – falls kein Gemüsefond vorhanden ist, besser Wasser nehmen)
  • 1 Becher (10 dag) griechisches oder türkisches Joghurt, auf jeden Fall muss es ganz dick und stichfest sein
  • 75 ml Schlagobers, ungeschlagen
  • Koriandergrün oder wie hier mein letzter koreanischer Koriander von Balkonien

Die Wurzeln waschen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Den Ingwer schälen und grob reiben. Den Knoblauch schälen und auch gleich auf der Reibe reiben oder halt mit dem Messer in Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und auch in grobe Stücke schneiden, dann in den Mixer geben und mit der Hälfte der Cashew-Kerne zu einer stückigen Masse pürieren.

Koriander, Kreuzkümmel und die Samen vom Kardamom ohne Fett in einer Pfanne anrösten, bis die Gewürze duften. Dann ab damit in den Mörser und fein zermahlen.

2 EL Butterschmalz erhitzen, Zwiebelmasse dazugeben und unter Rühren bei kleiner Hitze ein paar Minuten schmoren. Das Schmoren muss bei so kleiner Hitze erfolgen, dass die Zwiebelmasse keine Farbe annimmt. Ingwer und Knoblauch dazugeben, noch ein paar Minuten unter Rühren weiter schmoren. Schließlich die restlichen Gewürze dazutun und noch einmal schmoren. Dann alle Gemüse in den Topf geben und den Gemüsefond bzw. das Wasser zugießen. Aufkochen lassen, dann den Deckel drauf und halb zugedeckt ca. 40 min. köcheln – die Dauer hängt davon ab, wie groß die Stücke geschnitten sind. Meinen Knollenziest gebe ich erst 5 min. vor Ende der Gardauer dazu, denn sonst würde der total zerkochen.

Während das Gemüse köchelt, den Reis zubereiten. Die restlichen Cashews anrösten – das kann man gleich in der Pfanne machen, in der man vorher die Gewürze geröstet hat.

Korma kosten: Ich muss eigentlich immer nachsalzen und auch Pfeffer kann man großzügig dosieren.

Und jetzt kommt die Sache mit den Milchprodukten: Topf vom Herd nehmen, Schlagobers einrühren. das kühlt das Gemüse schon ein bissl ab. Dann erst das Joghurt einrühren. Keine Sorgen, es ist immer noch heiß genug!

Mit Koriander und Cashews bestreuen, mit Reis oder Naan servieren. Und mit einem Löffel essen. Curry isst man so. Das ist wie Erdäpfelgulasch, da braucht man einen Löffel. 😉

8 Gedanken zu „Wurzelkorma“

  1. Interessantes Konzept, aber mußt du wirklich in einer Tour deine Leser belehren? „Bitte nur selbstgemacht, bitte nur Fairtrade, bitte nur bei Neumond“…. Was soll denn das? Warum steht dir das zu, das wirkt extrem unsympathisch. Weis deine Leser daraufhin z.B. das mit den Cashew-Nüssen war ja ganz interessant, aber ob jemand seinen Butterschmalz kauft oder nicht. Was interessiert es dich? Es mag ja auch die eine oder andere vollzeitberufstätige Mami geben, die gerne kocht und deine Rezepte liest.

    Inhaltlich würde mich interessieren, wie du deine Wurzeln und deine Kräuter auf Balkonien züchtest.

  2. Erstens einmal danke für das interessante Rezept, ich mag Wurzeln ja sehr gern. Schön dass du das so mit Informationen spickst, ich finde das klasse!

    Zu dem unqualifizierten Kommentar von Sanne:

    Eine Food Coop hat genau den Sinn und Zweck der im obigen Rezept gut hervorkommt, bio, selbstgemacht, fair Trade. WEr das nicht mag geht nicht in eine Food Coop sondern kauft im Supermarkt seine Apfal und sein Zeugs um 99 Cent das Kilo. Ist auch ok,..ABER bitte lassen wir die die das nicht möchten auch tun was sie wollen.
    Und das blöde Argument dass man als berufstätige Mutter nicht frisch Butterschmalz oder anderes herstellen kann, ist wohl nicht dein Ernst. Wir wären schon verhungert, weil ich mache das auch selbst, und ich hab auch zwei Kinder und Job und Haus und Garten..Zeit zum Kochen hatte ich immer.

    Lieber Gruß auch von einer Unsympathlerin

  3. Ich finde, man kann gar nicht genug betonen, wie wichtig das ist, darauf zu achten, was man isst. Butterschmalz selber machen ist kein Problem und wenn man getrocknete Suppenkräuter fein zerkleinert, ergibt das das beste Gemüsebrühpulver von Welt.

    Und die Geschichte mit den Cashew-Nüssen ist wichtig, damit auch Sanne weiß, wie es fair geht 😉

    Klingt ausgesprochen appetitlich, dein Korma, das werde ich für den Crocky anpassen, dann ist es fertig, wenn ich nach Hause komme

    1. Oh, hier tut sich ja was! 🙂
      Ich denke auch, dass Sanne nicht klar war, auf dem Blog einer FoodCoop gelandet zu sein, wo wir uns halt Gedanken um solche Sachen wie Bio und Fair Trade machen und überlegen, wo kann man Chemie in der Nahrung einsparen.
      Und ich bin auch immer wieder froh, dass immer mehr Leute so denken.
      Ulrike, Crock Pot fehlt in meinem Haushalt und wird aus platztechnischen Gründen wohl auch weiterhin nicht einziehen, aber dennoch: Neidig bin ich ihn dir schon sehr!

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