Nachhaltige Lebensmittelbeschaffung

Als Food Cooperation ist es unser Credo, Lebensmittel möglichst nachhaltig zu beschaffen und faire Preise an die Produzent*innen zu bezahlen.  Aber welche Möglichkeiten gibt es neben einer FoodCoop noch dafür? Welche davon bieten den größten Mehrwert für den Bauern/die Bäuerin?

Ab Hof Verkauf

Der Ab Hof Verkauf passiert direkt beim Bauern/der Bäuerin zu Hause. Meist haben sie einen Verkaufsraum am Hof integriert und verkaufen ihre frischen Produkte zu fest gelegten Öffnungszeiten.

Vorteile: die Wertschöpfung bleibt zu 100% beim Bauern/der Bäuerin und er/sie erhält faire Preise für seine/ihre Produkte

Herausforderungen: oftmals sind die Öffnungszeiten der kleinen Hofläden eine Herausforderung für den Konsumenten

CSA (Community Supported Agricutlure)

Unser geschätzter Lieferant Herr Mogg betreibt eine Community Supported Agriculture. Die Idee dahinter: Es wird von den Mitgliedern ein fixer Betrag pro Monat bezahlt, unabhängig davon, wie die Ernte ausfällt. Die Mitglieder erhalten für diesen Betrag Gemüse und/oder Obst. Man kann zwischen einem halben oder einem ganzen Ernteanteil wählen. Der monatliche Betrag wird bei der jährlichen Mitgliederversammlung fest gesetzt. 

CSA Ernteanteil Demeterhof Mogg

Vorteile: die Wertschöpfung bleibt zu 100% beim Bauern/der Bäuerin. Das Überleben des Bauern/der Bäuerin ist, unter Voraussetzung, dass ausreichend Ernteanteile verkauft wurden, auch abgesichert, wenn es Ernteausfälle gibt. Der/die Konsument*in bekommt ein Gefühl dafür, was die Risiken eines jeden Landwirts/ einer jeden Landwritin sind, da die Risiken von allen Beteiligten getragen werden.

Herausforderungen:  CSA ist eigentlich eine Bereicherung: geliefert wird nur das, was gerade wächst. Mit einem Ernteanteil ist man im Winter zu 100% mit saisonalem Gemüse versorgt und die Kreativität beim Kochen ist gefragt, wenn eine Zeit lang Rote Rüben, Pastinaken & Co. das Kistl dominieren. Für die einen ist das eine Bereicherung, für die anderen eine Herausforderung. 

Kistlzustellung

Eine weitere Kistlvariante ist jene, die zugestellt wird. Hierbei sind meist Individualbestellungen möglich oder man bestellt z. B. ein Gemüsekistl-Abo mit fixen Bestellintervallen.

 

Vorteile: Man erhält bequem seine Bestellung vor die Haustür und kann meist aus einem sehr großen Porduktsortiment wählen.

Herausforderungen/Nachteile: Nur wenige Kistlanbieter produzieren die gelieferten Produkte selbst, sondern kaufen diese oftmals zur Gänze oder zum Teil zu. Somit liegt die Wertschöpfung nicht zu 100% beim Bauern/der Bäuerin. Bei der Liefervariante darf nicht auf den erhöhten ökologischen Fußabdruck vergessen werden. Denn es gibt keine Sammelstellen, an diese, wie z. B. bei Mogg, geliefert wird, sondern es werden pro Tag zahlreiche Einzelhaushalte angefahren.

Bauernmarkt

Der Bezug von Lebensmittel am Bauernmarkt, direkt vom Bauern/der Bäuerin ist eine weitere Möglichkeit, seine Lebensmittel möglichst nachhaltig zu beschaffen. 

Biomarkt Lange Gasse

 

Vorteile: Die Produkte werden in vielen Fällen direkt vom Bauern/der Bäuerin angeboten, was einem Ab Hof-Verkauf gleich kommt. Nur halt an einer anderen Örtlichkeit. Somit sind die Produkte oft sehr preiswert und der Direktkontakt  mit dem Produzenten/der Produzentin ist gegeben.

Herausforderungen: Bauernmärkte finden (in Wien) oft nur samstags statt (z. B. Bio Markt in der Lange Gasse, Karmelitermarkt, Kutschkermarkt etc.), was eine gewisse zeitliche Herausforderung mit sich bringt. Weiters ist das Zufahren mit dem Auto meist umständlich, weshalb man mit großem Rucksack oder einem Trolley ausgerüstet sein sollte, um den Einkauf mit den Öffis heimzubringen. Und das kann je nach eingkaufter Menge etwas anstrengend sein.

Fazit

CSA ist mit Abstand die nachhaltigste Form der Lebensmittelbeschaffung mit dem größten Mehrwert für Produzent*in als auch Konsument*in. Der direkte Kontakt zwischen dem Bauern/der Bäuerin und dem/der Endverbraucher*in ist vorhanden. 

Trotzdem muss jede*r einzelne nach seinen/ihren verfügbaren Möglichkeiten handeln. Jede der hier genannten Varianten ist wesentlich nachhaltiger, als der Einkauf im Supermarkt!

 

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